Virtualisierung im Vergleich: VirtualBox vs. VMware (2024)

Einleitung

Die Virtualisierung hat sich zu einer Standardpraxis für Software- und Betriebssystemtests entwickelt, von Enthusiasten bis hin zu Entwicklern. Servervirtualisierung ermöglicht das Ausführen mehrerer Betriebssysteme auf denselben physischen Ressourcen, wodurch die Anzahl dedizierter Server reduziert wird. Dies geschieht durch eine Virtualisierungsschicht, die mit einem Hypervisor erstellt wird.

Hypervisoren im Überblick

Es gibt zwei Haupttypen von Hypervisoren:

Typ 1 Bare-Metal-Hypervisor

Diese werden auf dem physischen Server installiert und eignen sich besonders für große Produktionsumgebungen.

Typ 2 (Hosted) Hypervisor

Diese werden auf dem Host-Betriebssystem installiert und sind ideal für virtuelle Maschinen auf persönlichen Computern.

VirtualBox im Detail

VirtualBox, Oracles x86 und AMD64/Intel64 Virtualisierungssoftware, ist ein kostenloses Open-Source-Produkt. Es ermöglicht das Ausführen von virtuellen Maschinen auf verschiedenen Betriebssystemen, darunter Linux, Windows, Mac OS und Oracle Solaris.

In 2010 führte Oracle das VirtualBox Extension Pack ein, ein Closed-Source-Paket mit zusätzlichen Funktionen wie USB2/USB3-Unterstützung. Hierbei ist zu beachten, dass es auch alternative Ansätze wie Docker-Container für isolierte virtuelle Umgebungen gibt.

VMware im Überblick

VMware bietet verschiedene Virtualisierungsprodukte, darunter VMware Workstation Player, eine kostenlose x64-Virtualisierungssoftware für den nicht-kommerziellen Gebrauch. Für kommerzielle Nutzung ist eine Lizenz erforderlich.

Vergleichstabelle: VirtualBox vs. VMware

Feature VirtualBox VMware
Softwarevirtualisierung Ja Nein
Hardwarevirtualisierung Ja Ja
Unterstützte Betriebssysteme Linux, Windows, Solaris, macOS, FreeBSD Linux, Windows, macOS (mit VMware Fusion)
Benutzeroberfläche Grafische Benutzeroberfläche (GUI) und Kommandozeile (CLI) GUI und CLI
Snapshots Ja Nur in kostenpflichtigen Produkten, nicht in VMware Workstation Player
Virtuelles Festplattenformat VDI, VMDK, VHD, HDD VMDK
Virtueller Netzwerkmodus Verschiedene Modi, einschließlich NAT, Bridged, Host-only NAT, Bridged, Host-only
USB-Geräteunterstützung Ja, erfordert das Extension Pack (kostenlos) Out-of-the-box USB-Unterstützung
3D-Grafik Bis zu OpenGL 3.0 und Direct3D 9 Bis zu OpenGL 3.3 und DirectX 10
Integrationen Unterstützung für VMDK, Vagrant, Docker Erfordert zusätzliche Konvertierungsdienstprogramme, Integration mit VMware vSphere und Cloud Air (nur in VMware Workstation)

Software- und Hardwarevirtualisierung

Ein wichtiger Unterschied liegt in der Softwarevirtualisierung, die von VirtualBox unterstützt wird, während VMware dies nicht tut. Dies wirkt sich auf die Leistung der virtuellen Maschinen aus, wobei die Hardwarevirtualisierung eine höhere Leistung ermöglicht.

Betriebssysteme und Benutzeroberfläche

Die Wahl zwischen VirtualBox und VMware kann von Ihrem Host-Betriebssystem abhängen. VirtualBox unterstützt eine breite Palette von Betriebssystemen, während VMware einige Einschränkungen aufweist.

Snapshots und Virtuelle Festplatten

Snapshots ermöglichen es, den Zustand einer virtuellen Maschine zu speichern und später wiederherzustellen. VirtualBox unterstützt Snapshots, während VMware diese Funktion nur in kostenpflichtigen Produkten bietet.

Die Wahl des virtuellen Festplattenformats ist ebenfalls wichtig. VirtualBox unterstützt verschiedene Formate wie VDI, VMDK und VHD, während VMware hauptsächlich auf VMDK setzt.

Virtueller Netzwerkmodus und USB-Unterstützung

Beide Plattformen bieten verschiedene Netzwerkmodi und USB-Unterstützung. VirtualBox erfordert jedoch das kostenlose Extension Pack für USB 2.0/3.0-Unterstützung.

3D-Grafiken und Integrationen

VirtualBox erfordert eine manuelle Aktivierung der 3D-Beschleunigung, während VMware standardmäßig 3D-Beschleunigung unterstützt. In Bezug auf Integrationen bietet VirtualBox mehr Vielseitigkeit mit Unterstützung für VMDK, Vagrant und Docker.

Gästeerweiterungen und Tools

VirtualBox verwendet Gästeerweiterungen, während VMware Tools separat installiert werden müssen. Beide verbessern die Leistung von virtuellen Maschinen, bieten jedoch unterschiedliche Funktionen.

APIs für Entwickler und Kosten

Beide Plattformen bieten APIs und SDKs für Entwickler. VirtualBox ist kostenlos und Open Source, während VMware verschiedene Produkte mit unterschiedlichen Lizenzmodellen anbietet.

Fazit

Die Entscheidung zwischen VirtualBox und VMware hängt von Ihren spezifischen Anforderungen ab. VirtualBox ist ideal für kostenlose und vielseitige Lösungen, während VMware in größeren Unternehmensprojekten mit höheren Leistungsanforderungen punkten kann. Berücksichtigen Sie Ihre individuellen Bedürfnisse, um die passende Virtualisierungsplattform auszuwählen.

Virtualisierung im Vergleich: VirtualBox vs. VMware (2024)
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